Verbrauch

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health)

Im Jahr 2013 erhielt jeder Versicherte der GKV im Mittel rund 0,5 Impfdosen. Damit gehören Impfstoffe zu den selten angewendeten Arzneimitteln. In Anbetracht der Tatsache, dass lediglich die Influenzaimpfung jährlich durchgeführt werden sollte und für die meisten Impfungen nur wenige Impfdosen im Leben erforderlich sind, werden Impfstoffe jedoch eher häufig angewendet.

In der NVI (INSIGHT Health) wird der Verbrauch von Impfstoffen detailliert erfasst, unabhängig davon, ob eine Impfdosis aus dem Sprechstundenbedarf entnommen wurde oder eine individuelle Verordnung erfolgte. Eine Besonderheit stellte jedoch 2010 der Impfstoff gegen die pandemische neue Influenza H1N1 dar, der über eigens für diese Impfaktion eingerichtete Vertriebswege zu beziehen war (z. B. Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin 2009).

Der Verbrauch von Impfdosen stieg zwischen 2004 und 2007 stark an und ging bis 2011 fast spiegelbildlich zurück. Im Jahr 2012 wurden 32,2 Mio. Impfdosen abgegeben. Dies stellt im betrachteten Zeitraum 2003–2013 den Tiefststand dar, im Jahr 2013 war der Verbrauch nur wenig höher als im Vorjahr, 2014 stieg er jedoch an und erreichte 33,7 Mio. DDD.

Ein besonders starkes Wachstum war 2007 zu beobachten, das vor allem bedingt war durch einen vermehrten Verbrauch von FSME-Impfungen (+4 Mio. Impfdosen) sowie für Meningitis- (+1,7 Mio. Impfdosen), Pneumokokken- (+1,4 Mio. Impfdosen) sowie HPV-Impfungen (+1,0 Mio. Impfdosen). Für Letztere wurde 2006 bzw. 2007 eine erstmalige oder erweiterte Impfempfehlung gegeben (RKI 2006, RKI 2007). Für den sinkenden Verbrauch war 2009 vor allem der Rückgang bei den Impfungen gegen FSME und HPV ausschlaggebend, 2010 der Rückgang der Impfungen gegen Influenza sowie FSME. 2011 und 2012 war im Wesentlichen die verminderte Inanspruchnahme der Influenzaimpfung verantwortlich. Die auffälligsten Verbrauchsentwicklungen betrafen im Jahr 2014 den FSME-Impfstoff, von dem 0,8 Mio. Impfdosen mehr als im Vorjahr abgegeben wurden. Außerdem war bei der Rotavirusimpfung das zweite Jahr in Folge eine deutlich höhere Inanspruchnahme festzustellen. Bereits 2013 war ein Verbrauchszuwachs um 66 % gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. 2014 jedoch stieg der Verbrauch um mehr als das Dreifache auf 0,84 Mio. Impfdosen. Hintergrund ist, dass im Sommer 2013 diese Impfung in den Impfkalender mit aufgenommen wurde (RKI 2013).

Literatur

  • Robert Koch-Institut (RKI). Mitteilung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut/Stand: Juli 2006. Epid Bull 2006;30:235–254
  • Robert Koch-Institut (RKI). Mitteilung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut: Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen von 12 bis 17 Jahren – Empfehlung und Begründung. Epid Bull 2007;12:97– 106
  • Robert Koch-Institut (RKI). Mitteilung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut/Stand: August 2013. Epid Bull 2013;34:313–344