Indikationsgruppe

Viren bestehen im Wesentlichen aus einem „Bauplan“ für sich selbst, einer Hülle sowie einigen wenigen „Werkzeugen“ in Form von Proteinen. Diese Werkzeuge sorgen dafür, dass die infizierten Zellen − eines Organismus oder einer Zellkultur − neue Viruspartikel synthetisieren und freisetzen. Nur mit „Hilfe“ von Zellen können sich Viren vermehren. Daher sind Infektionen durch Viren erheblich schwieriger zu bekämpfen, ohne den Wirtsorganismus zu schädigen, als Infektionen durch Bakterien. Erfolge einer antiviralen Therapie gelangen erstmals in den 1960er-Jahren mit sogenannten Antimetaboliten. Antimetaboliten hemmen die Synthese von Stoffen, die für die Vermehrung der Viren essenziell sind, beispielsweise Nukleinsäuren. Das antimetabolitische Wirkprinzip wurde erstmals mit den antibakteriell wirkenden Sulfonamiden entdeckt. Neuentwicklungen richten sich zunehmend gezielt gegen bestimmte Virusproteine und sind daher in der Regel deutlich besser verträglich als Antimetaboliten. Die Indikationsgruppe der antiviralen Mittel zur systemischen Anwendung wird entsprechend dem Wirkspektrum dieser Arzneimittel in verschiedene Teil-Indikationsgruppen unterteilt.

Von größter Bedeutung sind die Teil-Indikationsgruppen der Mittel jeweils gegen HIV, Herpes, Hepatitis B sowie Hepatitis C.