Indikationsgruppe

Zu dieser Indikationsgruppe gehören Mittel gegen erhöhte Gerinnungsneigung, die überwiegend zur Vermeidung von Blutgerinnseln eingesetzt werden, welche z. B. am Herzen zum Infarkt führen, im Gehirn zum Schlaganfall, in der Lunge zur Embolie und in den Beinen zur Beinvenenthrombose. Wenn Patienten nach bestimmten Ereignissen, wie etwa einem Herzinfarkt, oder bei bestimmten Störungen, wie bspw. Vorhofflimmern, antithrombotische Mittel anwenden, wird das Risiko für das Auftreten weiterer Ereignisse gesenkt. Das heißt, es erleiden weniger Patienten einen erneuten Infarkt oder einen Schlaganfall.

Einige Wirkstoffe dieser Indikationsgruppe werden auch zur Auflösung von Blutgerinnseln verwendet, bspw. nach einem Herzinfarkt, um den Blutfluss in den betroffenen Gefäßen wieder herzustellen.

Alle Wirkstoffe der Indikationsgruppe der antithrombotischen Mittel wirken hemmend auf die Blutgerinnung. Eine funktionierende Blutgerinnung ist wichtig für den Verschluss und die Heilung blutender Gefäße. Die Verletzung eines Blutgefäßes setzt eine komplexe Gerinnungskaskade in Gang, an deren Ende die Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsels) steht, der aus Thrombozyten und Fibrin besteht. An der Gerinnungskaskade sind zahlreiche Gerinnungsfaktoren beteiligt, die sich in einer bestimmten Abfolge aktivieren und final zur Vernetzung des Fibrins führen. Die für die Gerinnung erforderliche Aggregation der Thrombozyten wird ebenfalls von zahlreichen Faktoren aktivierend oder hemmend beeinflusst.
Bei pathologisch veränderten Blutgefäßwänden, wie bspw. der Arteriosklerose, oder pathologisch verändertem Blutfluss, wie beim Vorhofflimmern, kann es zur Thrombusbildung und embolischen Ereignissen kommen, die zum Verschluss von Blutgefäßen mit evtl. lebensbedrohlichen Folgen führen können.

Die antithrombotischem Mittel haben vier Hauptangriffspunkte:

  • Sie können direkt oder indirekt die Aggregation der Thrombozyten hemmen.
  • Sie können die Synthese von Blutgerinnungsfaktoren hemmen.
  • Sie können direkt oder indirekt hemmend auf Gerinnungsfaktoren wirken.
  • Sie können frisch gebildete Thromben wieder auflösen.

Welches Wirkprinzip zum Einsatz kommt, hängt von der bestehenden Erkrankung oder Störung ab.