10 Jahre Arzneimittel-Atlas 2015

Im Jahr 2006 erschien der erste Arzneimittel-Atlas und berichtete über die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel im Jahr 2005. Nun wird das umfassende Informationssystem zum zehnten Mal publiziert: Anlass genug, um auf ein Jahrzehnt Entwicklungen und Regulation im deutschen Arzneimittelmarkt zurückzublicken.

Der Arzneimittel-Atlas wurde als Alternative zum Arzneiverordnungs-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) konzipert.
Beide berichten über die Ausgaben der GKV, und beide analysieren die Ausgabenänderungen mithilfe der Komponentenzerlegung, die neben der Verbrauchs- und Preiskomponente verschiedene Strukturkomponenten
berücksichtigt. Der Arzneimittel-Atlas führt die Komponentenzerlegung für einzelne Märkte durch, in denen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – tatsächlich eine Substituierbarkeit der Arzneimittel untereinander gegeben ist. Zudem ist die Mengenbasis im Arzneimittel-
Atlas die definierte Tagesdosis (DDD) und nicht die Verordnung.

Der Arzneimittel-Atlas hat von Anfang an Verbrauch und Bedarf in Beziehung zueinander gesetzt, was eine aussagenkräftige Bewertung
des Verbrauchs ermöglicht. Im Laufe der Zeit wurde die Berichterstattung kontinuierlich erweitert, um dem steigenden Informationsbedarf
über das Arzneimittelgeschehen zu entsprechen. So befasst sich der Arzneimittel-Atlas mit regionalen Unterschieden im Arzneimittelverbrauch oder beleuchtet die Auswirkungen von Rabattverträgen.

Um die zunehmende Bedeutung von Rabatten auch bei patentgeschützten Arzneimitteln zu berücksichtigen, berichtet der Arzneimittel-Atlas seit der Ausgabe 2011 über die Ausgaben auf Basis der von den Kassen erstatteten Preise und nicht mehr über die Umsätze auf Basis der Apothekenverkaufspreise (AVP).