Die Komponenten im Einzelnen

Für eine übersichtlichere Betrachtung der einzelnen Komponenten im Detail werden die acht einzelnen Strukturkomponenten zu Hauptkomponenten zusammengefasst. Die Betrachtung der Komponenten „Verbrauch“ und „Preis“ erfolgt für sich allein.

Die Hauptkomponente „Innovationen“ setzt sich aus den Komponenten „Therapieansatz“ und „Analog-Wettbewerb“ zusammen. Dahinter steht die Überlegung, dass diese Komponenten in der Regel dadurch zu Ausgabensteigerungen führen, dass der Anteil neuer Arzneimittel gegenüber älteren steigt.

Unter „Technische Einsparungen“ werden Komponenten zusammengefasst, bei denen Änderungen häufig zu Ausgabenreduktionen führen und bei denen die strukturellen Änderungen, die durch diese Komponenten angezeigt werden, unabhängig vom Anbieter des Produkts sind. Dazu werden die Komponenten „Darreichungsform“, „Wirkstärke“, „Packungsgröße“ und „Parallelimport“ gezählt.
Die Komponenten „Generika“ und „Hersteller“, die ausschließlich Änderungen der Anteile der unterschiedlichen Anbieter anzeigen, werden in der Hauptkomponente „Anbieterbezogene Einsparungen“ zusammengefasst. Die Entscheidung für ein günstiges Generikum oder einen günstigeren Hersteller erfolgt häufig ohne Einbeziehung des verordnenden Arztes aufgrund der Aut-Idem-Regelung (bevorzugte Abgabe eines der drei günstigsten Alternativen) und insbesondere aufgrund von Rabattverträgen (bevorzugte Abgabe eines rabattierten Arzneimittels). Die Komponente „Anbieterbezogene Einsparungen“ drückt somit eher den Preiswettbewerb zwischen den Arzneimittelherstellern aus, sei es direkt über den Listenpreis oder indirekt über gewährte Rabatte gegenüber den Krankenkassen.

Die Komponente „Rest“ drückt strukturelle Verschiebungen aus, die durch die oben genannten Komponenten nicht erfasst werden. Es handelt sich dabei immer um Veränderungen die Produkte eines Herstellers betreffend. Die Restkomponente schlägt dann an, wenn durch alle vorherigen Komponenten keine komplette Differenzierung von Produkten möglich ist. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Packungen mit 98 und 100 Tabletten angeboten werden, die beide der Packungsgröße N3 zugeordnet werden und durch die Packungsgrößenkomponente nicht unterschieden werden können. Bei der Entscheidung für solche Packungsgrößen können marktstrategische Überlegungen des Herstellers eine Rolle spielen. Die Komponente wird daher ebenfalls zu den „anbieterbezogenen Einsparungen“ gezählt.