Marktentwicklung von Wirkstoffen mit Generikaeinführungen 2013/2014

Im Folgenden wird gezeigt, wie sich der Markt für Wirkstoffe entwickelte, für die in den letzten beiden Jahren (2013/2014) der Patentschutz bzw. ergänzende Schutzzertifikate (SPC, supplementary protection certificates) ausliefen.

Die Auflistung beschränkt sich dabei auf Wirkstoffe, die 2012 mindestens 50 Mio. Euro Umsatz (AVP) aufwiesen und für die ein Generikum bzw. Biosimilar im Zeitraum November 2012 bis Dezember 2014 auf den Markt gekommen war.

Umsätze, Mengen, Generika- und Rabattquoten im Jahr 2014 für Wirkstoffe mit Patentauslauf zwischen November 2012 und Dezember 2014 mit mind. 50 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2012.

Wirkstoff ATC-Kode Markteintritt erstes Generikum Umsatz (Mio. Euro) DDD (Mio.) Anteil Umsatz Generika(%) Anteil DDD Generika %) Anteil DDD unter Rabatt (Original)(%)*
      2012 2013 2014 2012 2013 2014 2014 2014 2014
Pregabalin N03AX16 01.11.2014 328.6 362.0 402.2 66.8 72.2 79.0 0.6 1.0 1.1
Aripiprazol N05AX12 01.10.2014 136.0 150.4 167.1 13.1 14.7 16.7 2.5 3.2 8.7
Zoledronsäure M05BA08 01.06.2013 102.9 87.8 72.4 8.4 7.7 6.9 57.5 2.8 12.4
Irbesartan und Hydrochlorothiazid C09DA24 01.09.2013 77.3 67.7 41.7 73.7 66.7 64.2 47.2 63.8 5.0
Levodopa, Decarboxylasehemmer und COMT-Hemmer N04BA03 01.12.2013 70.9 71.0 66.6 10.5 10.6 10.8 30.2 35.1 4.0
Telmisartan und Hydrochlorothiazid C09DA27 01.01.2014 69.1 62.8 43.3 65.8 60.4 59.0 37.4 54.5 0.0
Montelukast R03DC03 01.03.2013 61.5 48.5 34.2 32.0 31.8 34.3 70.8 83.1 1.1

* Nur Fertigarzneimittel

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Für Pregabalin zur Behandlung neuropathischer Schmerzen und dem atypischen Neuroleptikum Aripiprazol kamen erst im November bzw. Oktober 2014 Generika auf dem Markt. Eine Aussage über die Marktentwicklung ist daher noch nicht möglich. Es lässt sich aber aufgrund der geringen Rabattquote von 1,1 % bzw. 8,7 % zumindest feststellen, dass keine Strategie verfolgt wurde, vor Patentauslauf noch Rabattverträge abzuschließen.

Bezüglich der Verbrauchsentwicklung nach Einführung von Generika kam es für keinen der Wirkstoffe zu einem massiven Anstieg. Es schien somit vor der Generikaeinführung keine wirtschaftlich motivierte Zurückhaltung bei der Verschreibung der Wirkstoffe gegeben zu haben. Wirkstoffe wie die AT-II-Antagonsisten-Kombinationen Irbesartan bzw. Telmisartan in Kombination mit Hydrochlorothiazid standen allerdings in starker Konkurrenz zu Analogpräparaten, die ihren Patentschutz bereits verloren hatten. Entsprechend den geringen Verbrauchsänderungen und dem Preiswettbewerb kam es von 2013 nach 2014 zu einem Umsatzrückgang für die Wirkstoffe, die mindestens ein Jahr generisch waren. Bezüglich der Marktdurchdringung erreichten die Generika 2014 Marktanteile nach Umsatz von 30,2 % bis 70,8 %.

Auffällig war die Marktsituation für das Biophosphat Zoledronsäure. Gemessen am Umsatz betrug der Anteil der Generika 57,5 %, doch gemessen am Verbrauch nur 2,8 %. Der Wirkstoff ist zugelassen zur Anwendung bei Knochenmetastasen und bei Osteoporose. Nur für die onkologische Indikation gibt es seit 2013 Generika. Betrachtet man nur die Originalprodukte, welche für die onkologische Indikation zugelassen sind, dann betrug der Anteil von Generika 2014 gemessen am Umsatz 68,6 % bzw. am Verbrauch 76,4 %.

Generika für die Kombination Levodopa, Decarboxylasehemmer und COMT-Hemmer zur Behandlung von Parkinson erreichten 2014 sowohl gemessen am Umsatz (30,2 %) als auch am Verbrauch (35,1 %) relativ geringe Anteile. Zwar kam bereits im Dezember 2013 ein Generikum auf den Markt, doch handelte es sich dabei um ein Eigengenerikum des Originalherstellers im Sinne eines Early-Entry. Weitere Generika kamen erst zwischen April und August 2014 auf den Markt.