Entwicklung der Apothekenumsätze

Die zehn Indikationsgruppen mit der größten absoluten Umsatzveränderung von 2013 nach 2014 (Fertigarzneimittel und Zubereitungen)

ATC 3 Indikationsgruppe Umsatz (Mio. Euro) Umsatz (Mio. Euro) Umsatz (Mio. Euro) Umsatzveränderung (Mio. Euro) Umsatzveränderung (Mio. Euro) Umsatzveränderung (%) Umsatzveränderung (%)
    2012 2013 2014 2012 vs. 2013 2013 vs. 2014 2012 vs. 2013 2013 vs. 2014
J05 Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung 1.142.2 1.086.4 1.704.0 -55.8 617.6 -4.9 56.8
L04 Immunsuppressiva 2.600.6 3.009.9 3.533.2 409.4 523.3 15.7 17.4
B01 Antithrombotische Mittel 1.020.6 1.269.1 1.509.4 248.5 240.3 24.4 18.9
N07 Andere Mittel für das Nervensystem 185.8 200.9 439.1 15.1 238.2 8.1 118.6
S01 Ophthalmika 564.5 607.5 717.3 42.9 109.8 7.6 18.1
J07 Impfstoffe 1.012.5 999.8 1.062.6 -12.6 62.7 -1.2 6.3
C02 Antihypertonika 336.6 357.3 407.6 20.7 50.3 6.2 14.1
L01 Antineoplastische Mittel 2.902.8 3.265.4 3.212.9 362.6 -52.5 12.5 -1.6
L03 Immunstimulanzien 1.431.2 1.452.7 1.345.8 21.6 -106.9 1.5 -7.4
C09 Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System 1.904.0 1.854.6 1.718.2 -49.4 -136.4 -2.6 -7.4
  sonstige Gruppen 21.465.6 21.948.5 22.337.7 482.9 389.3 2.2 1.8
  Gesamt 34.566.3 36.052.2 37.987.8 1.485.8 1.935.7 4.3 5.4

Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Der im Arzneimittel-Atlas betrachtete Gesamtmarkt umfasst 93 Indikationsgruppen. Im Folgenden sind die zehn Indikationsgruppen ausgewiesen, die im Jahr 2014 die größte absolute Umsatzveränderung (Apothekenverkaufspreis (AVP)) aufwiesen, sei es in Form eines Anstiegs oder Rückgangs.

Erstmals seit 2008 zeigte sich der größte Umsatzanstieg nicht in der Gruppe der Immunsuppressiva (L04), sondern in der Gruppe der antiviralen Mittel zur systemischen Anwendung (J05). Dieser Anstieg war insbesondere Folge der Markteinführung von Sofosbuvir zur Behandlung der chronischen Hepatitis C im Februar 2014. Der drittstärkste Umsatzanstieg betraf die Indikationsgruppe der antithrombotischen Mittel (B01). Diese Entwicklung war weiterhin durch die Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban und Apixaban geprägt. Der Anstieg für die Gruppe der anderen Mittel für das Nervensystem (N07) war Folge der Markteinführung von Dimethylfumarat zur Behandlung der Multiplen Sklerose im Mai 2014. Der Umsatzanstieg für die Gruppe der Ophthalmika (S01) wurde hauptsächlich durch die VEGF-Antagonisten Ranibizumab und Aflibercept zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration getrieben. Bei den Impfstoffen (J07) stiegen 2014 insbesondere die Verordnungszahlen und damit die Umsätze für Impfungen zum Schutz gegen FSME und Rotaviren. In der Gruppe der Antihypertonika (C02) kamen 2014 mit Macitentan und Riociguat zwei neue Arzneimittel zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie auf den Markt.

Im Bereich der Indikationsgruppen mit einem Umsatzrückgang erlebten 2014 die Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System (C09) den stärksten Rückgang. Dies war Folge des generischen Wettbewerbs für die Angiotensin-II-Antagonisten. Die Umsatzentwicklung in der Gruppe der Immunstimulanzien (L03) war Folge des Rückgangs therapeutischer Ansätze von Arzneimitteln zur Behandlung von Hepatitis C (Interferone alfa) und Multipler Sklerose (Interferone beta), für die entsprechend ein Anstieg neuer Therapieansätze in J05 sowie L04 bzw. N07 zu beobachten war. In der Gruppe der antineoplastischen Mittel (L01) gab es 2013 noch einen deutlichen Umsatzanstieg von 362,6 Mio. Euro. Im Jahr 2014 folgte nun ein Rückgang von 52,5 Mio. Euro. Die Ursache dafür lag allein im Markt für Zubereitungen. Nach einem Anstieg im Jahr 2013, insbesondere durch die monoklonalen Antikörper Bevacizumab und Trastuzumab, gingen die Umsätze für Zubereitungen 2014 zurück.