Grundelemente der Ausgabenentwicklung

Elemente der Ausgabenentwicklung der GKV für Arznei- und Verbandmittel in den Jahren 2012 bis 2014.

  Element der Ausgabenentwicklung Quelle 2012 (Mio. Euro) 2013 (Mio. Euro) 2014 (Mio. Euro) Differenz 2013 vs. 2014 (Mio. Euro) Differenz 2013 vs. 2014 (%)
I Gesamtsumme Arznei- und Verbandmittel aus Apotheken nach AVP * IGES-Berechnung 34.359 35.916 37.960 2.044 5.7
II Abschläge auf diese Umsätze   -8.028 -8.785 -7.970 814 -9,3
darunter
IIa Zuzahlungen von Patienten KJ1 -1.927 -2.013 -2.055 -41 2,1
IIb Arzneimittelrabatte von Herstellern (gesetzlich und individuell) KJ1 -4.922 -5.671 -4.824 847 -14,9
Iic Arzneimittelrabatte von Apothekern KJ1 -1.178 -1.100 -1.092 9 -0,8
III Sonstiges ** KJ1 3.032 3.166 3.368 201 6,4
  Ausgaben GKV KJ1 29.363 30.297 33.357 3.060 10.1

* Aus Apotheken, ohne Hilfsmittel, zu Apothekenverkaufspreisen
** Ausgaben für Arzneimittel außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung, Digitalisierung der Verordnungsblätter, Arzneimittel von sonstigen Lieferanten und dem Versandhandel
Quelle: BMG (KV45 Stand 6.3.2015), NVI (INSIGHT Health), IGES-Berechnungen

Die Ausgaben der GKV für Arzneimittel stiegen nach der Statistik KJ1 des Bundesministeriums für Gesundheit 2014 um 10,1 % (bzw. 3.060 Mio. Euro) von 30.297 Mio. auf 33.357 Mio. Euro. Dies ist der größte Anstieg seit 2005. Diese Entwicklung war unter anderem die Folge davon, dass die seit August 2010 gültige höhere Herstellerabgabe Ende 2013 – wie geplant – wieder zurückgenommen wurde.

Die Umsätze der Apotheken mit Arznei- und Verbandmitteln zu Apothekenverkaufspreisen stiegen um 5,7 % bzw. 2.044 Mio. Euro auf 37.960 Mio. Euro (Vorjahreswert 4,5 % bzw. 1.556 Mio. Euro).

Insbesondere durch das Auslaufen des 16 %-Herstellerabschlags ergaben sich für die Kassen im Vergleich zum Vorjahr Mehrausgaben von insgesamt 814 Mio. Euro durch gesetzliche und individuelle Abschläge sowie Zuzahlungen der Patienten. Im Vorjahr wurden durch Abschläge noch zusätzliche Einsparungen von 757 Mio. Euro erzielt.

Die geleisteten Zuzahlungen der Patienten nahmen 2014 unwesentlich zu. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 41 Mio. Euros auf 2.055 Mio. Euro.

Die gesetzlichen und individuellen Rabatte der Hersteller fielen 2014 nach der KJ1-Statistik des BMG insgesamt um 847 Mio. Euro geringer aus als im Vorjahr. Im Jahr 2013 konnten dagegen durch die genannten Rabatte 749 Mio. Euro zusätzlich im Vergleich zu 2012 eingespart werden. Die gesetzlichen Rabatte umfassen Abschläge nach § 130a Abs. 1 bis 3b SGB V; bei den individuellen Rabatten handelt es sich um die Ergebnisse von Rabattverträgen nach § 130a Abs. 8. Die verhandelten Abschläge nach § 130b zwischen dem GKV-Spitzenverband und den pharmazeutischen Unternehmen auf Basis der frühen Nutzenbewertung nach § 35a sind bereits in den Umsätzen berücksichtigt und werden nicht in den Rabattkonten ausgewiesen.

Die geleisteten Abschläge der Apotheker blieben für das Jahr 2014 fast unverändert (Rückgang um 9 Mio. Euro im Vergleich zu 2013). Der Apothekenabschlag für Fertigarzneimittel betrug in der ersten Jahreshälfte 2013 1,75 Euro, in der zweiten Jahreshälfte 1,85 Euro und im Jahr 2014 1,80 Euro. Die etwas größere Anzahl an Verordnungen in der zweiten Jahreshälfte könnte eine Erklärung für den leichten Rückgang sein. Geleistete Rabatte der Apotheker bei der Abgabe von Zubereitungen sind bereits in den Umsätzen berücksichtigt und werden nicht im entsprechenden Rabattkonto erfasst.

Die sonstigen Ausgaben im Jahr 2014 für Arzneimittel außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung, für die Digitalisierung der Verordnungsblätter und für Arzneimittel sonstiger Lieferanten sowie des Versandhandels betrugen 3.368 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Anstieg von 6,4 %. Die sonstigen Ausgaben nahmen somit stärker zu als die Bruttoumsätze für Arzneimittel aus Apotheken.